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Stanzen im Grenzbereich

22.10.2010


07/ 2010 / Juli 2010:

Pass hatte sich zur EuroBLECH 2010 ein hohes Ziel gesetzt:
Werkzeuge und Stanzverfahren zu zeigen, die Grenzen ausloten, bewegen oder verschieben. Einige der Werkzeuge, die in Hannover vorgestellt wurden, gehen schon allein von der Entwicklung her an den Rand des Machbaren.


Das erste Werkzeug, mit denen Pass an die Grenzen geht, erzeugt Doppelkiemen mit Umformungen nach oben und unten- und zwar in einem Hub. Im gezeigten Beispiel wurde eine Gesamtumformung von 10 mm in einem 1 mm Edelstahlblech erzeugt. Die Gesamthöhe von 21,5 mm (erhöhte Matrize + Blechumformung) wird ausgereizt, da der Durchlass an der Maschine nur 23 mm beträgt. Um die Prägehöhe kontinuierlich gewährleisten zu können, wurde das Werkzeug so ausgelegt, dass Ober- und Unterteil auf Block fahren.

Noch vor kurzem undenkbar

Auch mit den Werkzeugen für ein Trittblech ist Pass in eine Dimension gegangen, die vor kurzem von nicht vorstellbar gewesen ist. Die extrem hohe und große Kontur wird mit vier Werkzeugen geformt. Mit zwei Standardwerkzeugen wird die Kontur vorgestanzt. Anschließend entsteht mit dem ersten Spezialwerkzeug (Matrize Größe 5) die Umformung an den vorgestanzten Zacken in das Blech. Um dem Trittblech die letzte Kontur zu geben, erfolgt die Umformung der Brücke mittels einer erhöhten Matrize.
Näpfe zu formen ist das Tagesgeschäft vieler Kunden. Doch wenn ein flacher Napf 8 mm hoch sein muss, erfordert auch das, die physikalischen Grenzen auszuloten. In diesem Beispiel musste das Material zuerst gleichmäßig vorgezogen werden, um ein späteres Reißen und eine Einschnürung des Materials einzudämmen (Spannungskonzentration). Das zweite Werkzeug verformt im zweiten Arbeitsgang den Napf zur ‚richtigen’ Kontur, die Napffläche wird dabei plan gedrückt. Die Erhöhung in der Matrize im dritten Arbeitsschritt wieder zurückgedrückt wird.
Das Stanzen von schwierigen Konturen erfordert eine spezielle Technik und viel Fingerspitzengefühl. In einem weiteren auf der Messe gezeigten Beispiel musste vor allem der Matrize große Aufmerksamkeit geschenkt werden, da Matrizen bei solchen Konturen grundsätzlich bruchgefährdet sind. Aufgrund der Länge und der schmalen freiliegenden Form des auszustanzenden Teils tritt auf solchen schmalen Stegen eine extreme Belastung auf. Gleichzeitig entwickelt sich eine Querbelastung durch die zusätzliche Verdrehung, so dass hier zwei Spannungen auf einmal beachtet werden müssen. Um die Planität- vor allem der langen schmalen Abschnitte- des Teiles zu gewährleisten, war eine spezielle Konstruktion des Werkzeugs erforderlich.
Wie Pass betont, ist der Grundstock für qualitative Stanzwerkzeuge der richtige Stahl. Natürlich gibt es in den einzelnen Stahlqualitäten Unterschiede, die sich auf Standzeiten oder die Machbarkeit verschiedener Stanzungen auswirken. In Zusammenarbeit mit Stahllieferanten verwendet Pass deshalb bei extremen, grenzwertigen Stanzungen oder Umformungen einen Pass- Spezialstahl, der in der Anschaffung etwas kostenintensiver ist, aber viele Möglichkeiten eröffnet, die mit einem Standardstahl nicht realisierbar wären.
So zum Beispiel das Stanzen von extrem kleinen Löchern. So ist es Pass gelungen, Löcher mit einem Durchmesser von 6 mm in 8mm dickes Edelstahlblech einzubringen.

Auszug aus der Fachzeitschrift "BLECH"


 



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