Kundenorientierte FertigungBlechbearbeitung mit kompetenten Werkzeugpartnern |
17.09.2004 |
September 2004:
Die seit 25 Jahren erfolgreich im Blechgeschäft aktive KWM Weisshaar in Moosbach (www.kwm-weisshaar.de (externer Link)) setzt auf moderne
Fertigungstechnologien und auf ein kundenorientiertes Umfeld. Das verlangt das Unternehmen aber auch von seinen Zulieferern wie der PASS Stanztechnik AG, die in Moosbach für die
Stanzwerkzeuge sorgt.
Von der verlängerten Werkbank zum anerkannten Systemlieferanten und –entwickler hat sich die KWM Weisshaar in seiner 25-jährigen Geschichte
entwickelt. Das Unternehmen liefert heute nicht nur Teile an die Schienenfahrzeugbauer, die Automobilindustrie, die Druckindustrie und den allgemeinen Maschinenbau, sondern entwickelt und
montiert komplette Klimageräte und Systeme für Schienenfahrzeuge und Reinraumanwendungen wie Operationssäle. 390 Mitarbeiter arbeiten dazu auf einer 24 000 m² Nutzfläche
und erwirtschaften einen Umsatz von rund 32 Mio. EUR.
Ein Teil des Erfolgrezeptes ist laut Christian Baumgart, Vertriebsleiter bei KWM Weisshaar, die konsequente Geschäftspolitik, langfristig partnerschaftliche
Geschäftsbeziehungen aufzubauen, ohne dabei von einem Kunden oder einer Branche abhängig zu werden. Sie verteilen sich auf Bahnbetrieb/Schienenfahrzeugbau (30 %), Automobilbau (7 %),
Druckmaschinen (25 %) und allgemeinen Maschinenbau (15 %), wobei kein Einzelkunde mehr als 10 % des Umsatzes ausmacht. So lassen sich einerseits Auftragsausfälle einzelner Kunden leichter
ausgleichen und Konjunkturschwächen in einzelnen Branchen besser auffangen.
Eine individuelle Betreuung der Kunden – jeder Kunde, jedes Projekt wird durch einen Projektverantwortlichen betreut, der vom Termin bis zum reklamierten
Kratzer im Blech zuständig ist – sorgt zudem dafür, dass sich bei KWM frühzeitig ein Gespür für zukünftige Kundenwünsche entwickelt. Auf dieser Basis hat
sich das Unternehmen in unterschiedliche Richtungen entwickelt. So wurde Mitte der 90er aus der anfänglichen Blechteilefertigung für Klimageräte heraus der Geschäftsbereich
Montagetechnik aufgebaut, der heute u. a. Klimageräte entwickelt, herstellt und fertigt und den größten Produktionsbereich des Unternehmens bildet.
Mit der Systemmontage wurde das Thema Logistik virulent. Eingebunden in die Zulieferkette hat das Unternehmen schnell erkannt, dass auch bei einer ausgefeilten
Just-in-Time Strategie immer noch ein Lager gebraucht wird. „Bei den Klimageräten“ so Baumgart, „kann aber nicht alle Ware auf der Straße sein. Hier müssen Teile
gelagert werden.“ Deshalb hat KWM seit 2000 vordringlich in die Logistik investiert und bietet heute den Kunden zusätzlich zur hohen Lieferzuverlässigkeit auch die
Kommissionierung von Waren an. Zusammen mit den Fertigungsleistungen ergibt sich daraus ein Angebot, dass sich durch die Qualität und Zuverlässigkeit auszeichnet und eben deshalb in
seiner Gesamtheit mit Billigpreisangeboten konkurrieren kann.
Die Fertigung
Vorraussetzungen für den Erfolg von KWM Weisshaar ist die funktionierende Fertigung qualitativ hochwertiger Teile. Dazu setzt das Unternehmen konsequent auf moderne Fertigungstechnologien
ohne sich an traditionelle Verfahren zu binden. Schon 1991 investierte das Unternehmen in seine erste 3D-Laserschneidanlage. Jüngste Investition ist eine
5-Achs-Langbett-Profilbearbeitungsanlage, die zukünftig in der Fertigung von Lüftungskanälen die klassische Blech-Profilbearbeitung ablöst.
„Die Fertigung kann eigentlich sehr viel“ sagt Christian Baumgart, bevor er eine ganze Reihe von Fertigungsmaschinen auflistet, die eingesetzt
werden. Zwei 3D- (bis 6 kW) und fünf 2D-Laserschneidanlagen von Trumpf ebenso wie ein CNC-Blechbearbeitungszentrum Trumatic 5000 sowie eine Stanz-Laser-Kombination,
CNC-Blechbearbeitungszentrum Trumatic 6000 Laserpress zählen ebenso dazu, wie diverse Pressen bis 250 t und eine 315 t Tiefziehpresse. Alleine im Produktionsbereich Biegen stehen 13
Biegemaschinen bis 320 t und 4 m Länge sowie 3 CNC-Dreipunkt-Biegemaschinen, mit denen auch große Auftragsvolumen schnell abzuarbeiten sind. Dass die 60 Mitarbeiter im Bereich
Schweißtechnik nahezu alle Schweißverfahren mit entsprechenden Zulassungen ausführen können und natürlich diverse Standardmaschinen für die spanende Bearbeitung
vorhanden sind, erwähnt Baumgart nur nebenbei.
Partner für Stanzwerkzeuge
Mit diesem Maschinenpark fertigt KWM Weisshaar eigentlich alles „vom Kuchenblech bis zu komplexen Blechteilen für Klimageräte“. Und das mit hoher Qualität und
zuverlässig. Das setzt voraus, dass nicht nur die Maschinen eine hohe Verfügbarkeit aufweisen müssen, sondern auch das gesamte Umfeld stimmen muss. Deshalb stellen die Mosbacher an
ihre Lieferanten ähnlich hohe Ansprüche, wie es die Kunden von KWM erwarten können.
Ein Beispiel hierfür ist die Ausstattung der beiden Trumpf Maschinen T 5000 und T 6000 mit Stanz- und Stanz-Umformwerkzeugen. Hier arbeitet das Unternehmen
eng mit der „PASS“ Stanztechnik AG zusammen. Begonnen hat die Zusammenarbeit wie so oft mit einem Problem. Für Herstellung eines so genannten Dünnblechs aus Edelstahl, das
für den Luftdurchlass in einem Klimasystem eingesetzt wird, wurde ein Umformwerkzeug benötigt, das auf dem Edelstahlblech keine Oberflächenschäden verursachen durfte. Nachdem
der zunächst mit dem Werkzeug beauftragte Lieferant das Problem auch im dritten Ansatz nicht lösen konnte, kam „PASS“ ins Spiel. Das Problem, so Stefan Kraft, Verkaufsleiter
bei „PASS“, dass die beim Umformwerkzeugen erhöhte Matrize mit gefederten Abstreifer das blech verkratzt, war den Werkzeugentwicklern aus Creußen damals bereits aus
verschiedenen anderen Anwendungen bekannt und konnte kurzfristig durch den relativ kostengünstigen Einsatz von Aluminium Bronze (Ampco®) im Werkzeug gelöst werden.
Aus dieser ersten Zusammenarbeit ist bis heute eine partnerschaftliche Geschäftsbeziehung geworden. KWM setzt eine ganze Reihe von Sonderwerkzeugen von
„PASS“ ein. Darunter das erst 2002 vorgestellte Schwenkbiegewerkzeug, mit dem in Alu und Stahl bei Blechdicken bis 2,0 mm und bei Edelstahl bis 1,5 mm ohne den Austausch von
Einsätzen Abkantungen bis 22 mm Höhe angeformt werden können und das bei Laschenbreiten bis 50 mm. Daneben erwähnt Schuster noch eine ganze Reihe von Sonderwerkzeugen wie
Senkwerkzeuge, Werkzeuge zum Anformen von Scharnieren oder zur Herstellung konischer Ringe mit denen neue Fertigungslösungen gefunden wurden.
Stefan Kraft bewegt sich in der Fertigung von KWM mittlerweile auf bekanntem Terrain. Hans Schuster bindet den Werkzeuglieferanten sehr frühzeitig in
Entwicklungen ein und ist von der kooperativen Zusammenarbeit überzeugt. 6 bis 8 Tage dauert es im Normalfall, bis die „PASS“ Stanztechnik AG ein in Auftrag gegebenes neues
Sonderwerkzeug bei KWM abliefert. In dringenden Fällen geht es aber auch schneller. Ersatzwerkzeuge liefert das Creußener Unternehmen innerhalb von 24 Stunden. Und bei Problemen ist es
von Vorteil, dass die Entwickler von „PASS“ regelmäßig mit den Stanzern in Mosbach in Verbindung stehen und sozusagen immer auf dem Laufenden sind.
Insgesamt eine für beide Parteien fruchtbare Zusammenarbeit, die aber nur klappt, weil beide Unternehmen in ihrer Kundenorientierung nach denselben
Grundsätzen verfahren.
Auszug aus der Fachzeitschrift "Blech, Rohre, Profile" - Ausgabe
6/2004
(externer Link)
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