Werkzeuge zum automatischen Rollsicken und Folienschneiden |
16.09.2005 |
September 2005:
SONDERWERKZEUGE und Innovationen für das Stanzen sind das Tätigkeitsfeld der PASS Stanztechnik AG im oberfränkischen Creußen (www.pass-ag.com). Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Werkzeugausstattung der Maschinensysteme Trumpf, Amada und Salvagnini.
Anknüpfend an die erweiterten Möglichkeiten neuer Steuerungen der Maschinenhersteller (Verfahrbarkeit der gespannten Blechtafel bei abgesenktem
Stößel, Abfahren von Radien und Kurven bei Rotation) konzipierte PASS nun zwei weitere Werkzeuge, die die Effizienz in der Blechbearbeitung weiter steigern sollen.
Rollsickenwerkzeug bewältigt enge Radien
Die erste Innovation ist ein Rollsickenwerkzeug. Der eigentliche Neuheitscharakter betrifft die Rolle: Sie ist segmentiert ausgeführt und versetzt aufgrund dieser Besonderheit das Werkzeug
in die Lage, Versteifungssicken mit engem Radius herzustellen. Die Segmente arbeiten dabei wie ein Differenzial: Beim Abfahren von Kurven dreht sich das innere Segment entsprechend langsamer, das
äußere Segment entsprechend schneller als das Zentrum. Somit wird die ansonsten extrem auftretende Schubkraft aufs Blech vermieden, die Rattermarken verursachen kann. Tests verliefen
erfolgreich. Es stellte sich heraus, dass mit den Segmentierungen die Blechmarkierungen und auch der Blechverzug deutlich geringer ausfielen als bei rollen, die aus einem Stück gefertigt
sind.
Die mit Spezialgleitstoff beschichteten Rollen im Werkzeug haben laut Hersteller die erforderlichen guten Laufeigenschaften, um die bei kurvengeformten Sicken
auftretenden Querkräfte bei gleich bleibend guten Gleiteigenschaften aufnehmen zu können. Das Werkzeug wird für die Systeme >Trumpf< und >Salvagnini< gefertigt.
Sickenabmaße nach Kundenwunsch sind innerhalb von etwa zwei Wochen realisierbar. Wie man bei PASS betont, ist das segmentierte Werkzeug auch für Rollbördeln und das Rollabsetzen
verwendbar. In der Praxis ergeben sich somit verschiedene Anwendungsfälle, zum Beispiel Ablaufrinnen in Wannengehäusen, Versteifungssicken in Schränken oder große
Logos.
Definierte Folienabschnitte automatisch entfernen
Wie das Rollsickenwerkzeug hat auch die zweite Werkzeuginnovation ihren Ursprung in einem konkreten Problem aus der Praxis. Ein Kunde von PASS hatte folierte Bleche zu bearbeiten und musste dazu
die Folie an bestimmten Stellen entfernen, weil dort genau Durchzüge zu formen waren. Die Schutzfolie behinderte die Arbeit stark, riss sie doch beim Ziehen undefiniert ab und setzte sich in
das Durchzugswerkzeug. Die Gefahr bestand, dass die Folie das Werkzeug im lauf der Zeit beschädigte. Außerdem legte sich die abgerissene Folie zum Teil wieder aufs Blech, wo sie beim
Einsatz der darauf folgenden Werkzeuge wiederum undefiniert aufgenommen wurde und dann erst recht Abdrücke am Blech hinterließ. Ein vollständiges Entfernen der Folie kam nicht in
Frage, da beim Transport die Gefahr von Beschädigungen bestand. Erste Versuche, die Folie mit einem Handmesser auszuschneiden, schlugen fehl, weil das Messer durch die Folie schnitt und
somit deutliche Kratzer im Blech hinterließ, die noch nicht einmal sauber kreisrund geschnitten waren.
So entstand die Idee das Folienschneiden auf einer Stanzanlage von Trumpf auszuprobieren. Zu diesem Zweck wurde ein spezielles Rollwerkzeug zum Folienschneiden
konstruiert. Das Werkzeug ist grundsätzlich wie das Rollsickenwerkzeug aufgebaut, es hat jedoch im Rollenzentrum ein angeschliffenes Messer mit einer Messertiefe in Folienstärke. Auch
in dieser Konstruktionsvariante wurde auf sehr gute Laufeigenschaften der Rolle Wert gelegt. Um nicht die volle Maschinenkraft auf das Blech beziehungsweise auf die Folie zu bringen, fertigte
PASS ein Unterteil mit federbarem Einsatz aus poliertem Sonder-Buntmetall mit guten Gleiteigenschaften. Der Anwender kann nun an seiner Fertigungseinrichtung >TC 5000 R< die
gewünschten Konturen um die zu fertigenden Durchzüge problemlos abfahren und somit einen definierten Folienbereich ausschneiden. Die Entnahme des Folienausschnittes geschieht nach wie
vor von Hand.
Auszug aus der Fachzeitschrift "Blech InForm" - Ausgabe 4/05
(externer Link)
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