Dreifach einfach |
19.10.2004 |
Oktober 2004:
Drei einfache Werkzeuge zum Kerben, Anfasen und Entgraten auf einer Stanzmaschine
Oft sind es gerade die einfachen Dinge, die dem Blechbearbeiter das Leben erleichtern. So wie die drei neuen Werkzeuge zum Kerben, Anfasen und Entgraten
direkt in der Stanzmaschine, mit denen die PASS Stanztechnik auf unerwartet große Resonanz stieß.
Das neue PASS-Kerbwerkzeug für CNC-Stanzmaschinen wurde aus der Anforderung heraus entwickelt, ein sauberes Abkanten großer Bleche – zum
Beispiel für Gehäuse oder Schränke – von hand zu ermöglichen. Bislang werden diese Teile meist von zwei Personen an einer Abkantmaschine gekantet, wobei ein
kompliziertes, sauberes Einlegen der Teile auf der Maschine Grundvorraussetzung ist.
Die Grundidee im neuen Kerbwerkzeug liegt nun darin, vorbereitende Arbeiten auf der CNC-Stanzmaschine zu tätigen, um diese Abkantungen per Hand zu
ermöglichen. Dazu wird auf der CNC-Stanzmaschine eine Endlos-Kerbe mit einem Kerbwinkel von etwa 95° eingeprägt, um das Blech an der gewünschten Biegestelle zu schwächen
und somit eine gezielte Abkantung zu ermöglichen.
Die Schwierigkeit dabei ist es, dass bei einer 90° Abkantung das Blech bricht oder zumindest nahe am Bruch ist, wenn die Ankerbung zu tief ist. Ein weiteres
Problem liegt in der Kaltverfestigung beim Biegevorgang, die das Biegen sehr erschwert. Vor allem aber wird der Biegeradius bei dünnen Blechen nahe 0 mm. Eine weitere Schwierigkeit gibt es
bei Blechen ab 1,5 mm, da hier sehr hohe Prägekräfte notwendig sind, um die Kerbtiefe zu erreichen. Dies alles hat PASS mit dem neuen Kerbwerkzeug gelöst.
Zweite PASS-Neuvorstellung auf der EuroBLECH ist das Endlosfasenwerkzeug. Mit dem Anfaswerkzeug für CNC-Stanzmaschinen lassen sich Fasen an der
Blechoberseite durch Prägen (Material-Verformung) auf einer CNC-Stanzmaschine erzeugen. Üblicherweise erfolgt heute das Anfasen mittels „Fräsen“, also nicht auf einer
CNC-Stanzmaschine. Die Grundidee im neuen Anfaswerkzeug liegt darin, die benötigte, angefaste Kontur auszustanzen und danach mit einem 45° angeschliffenen Stempel anzufasen.
Problematisch dabei ist jedoch, dass durch die einseitige Belastung des Stempels extrem hohe Querkräfte entstehen, die nur minimale Anfasungen erlauben, bei größeren Anfasungen
das Blech aus den Zangen ziehen, den Verschleiß auf Maschinenteile extrem erhöhen oder sogar zum Werkzeug-Bruch führen können. Anders bei neuen PASS-Anfaswerkzeug, das alle
hier aufgeführten Probleme löst.
Das Entgraten auf CNC-Stanzmaschinen ermöglicht die dritte Neuvorstellung des Creußener-Werkzeug-Herstellers: Das Entgratwerkzeug wurde aus der
Anforderung heraus entwickelt, den Bearbeitungsschritt „Entgraten eines Bleches“ zumindest auf Blechabschnitten zu automatisieren. Statt wie bisher die Teile mit einer Entgratmaschine
oder auch manuell von Hand zu entgraten, werden die gestanzten Blechkanten mit einem separaten Werkzeug nochmals abgefahren, um den Stanzgrat zu entfernen. Besonderheit des PASS-Entgratwerkzeugs:
der Grat wird nicht entfernt, um eine Spanbildung zu vermeiden
Stenogramm:
PASS Stanztechnik AG
Die PASS Stanztechnik AG produziert und vertreibt Präzisions-, Stanz- und Nibbelwerkzeuge für die Maschinensysteme Trumpf, Amada und Salvagnini. Durch
jahrelange Erfahrung ist es dem Unternehmen gelungen, sich einen Ruf als Spezialist für Entwicklung, Fertigung und Vertrieb dieser Werkzeuge in der Branche aufzubauen.
Erklärtes Ziel der PASS-Mannschaft ist die weltweite Lieferung von Stanz- und Nibbelwerkzeugen. So wurde mittlerweile ein flächendeckendes
Vertriebsnetz aufgebaut, das sukzessiv immer wieder erweitert wird. Dadurch konnte ein kontinuierliches Wachstum des Kundenstammes erreicht werden.
Ein besonderer Service wird bei den Sonderwerkzeugen angeboten. Alle Sonderwerkzeuge werden nach Fertigstellung auf einer CNC Stanzmaschine getestet und mit
einem Musterblech versehen. Auf Wunsch sind genaue, auf die Maschinen der Kunden abgestimmte Einstelldaten bei Umfomwerkzeugen möglich. Sonderkonturen können mit verschiedenen Formaten
direkt über Datenaustausch übernommen und gelesen werden, so dass eine schnelle und prozesssichere Abwicklung gewährleistet wird.
Auszug aus der Fachzeitschrift "BLECH" - Ausgabe 06/2006
(externer Link)
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